Podiumsdiskussion anlässlich der OB-Wahl des Studierendenrats der Uni Erfurt

Podiumsdiskussion anlässlich der OB-Wahl des Studierendenrats der Uni Erfurt
© Hannah Schneider

Podiumsdiskussion anlässlich der OB-Wahl des Studierendenrats der Uni Erfurt

Wow – der Hörsaal 5 der Universität Erfurt war so voll wie wohl lange nicht mehr. Jeder Platz besetzt und links, rechts und an den Türen saßen und standen Studierende. Ich habe mich sehr gefreut, dass soooo viele da waren. Toll. Die Diskussion war tatsächlich die letzte einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die wir 7 OB-Kandidat*innen in den Wochen zuvor gemacht haben – und sie war die beste. Das hatte mit dem Moderator Henryk Balkow zu tun, aber vor allem mit der konzentriert-freundlichen und entspannten Atmosphäre, die die Studierenden geschaffen haben. Ich habe die Veranstaltung sehr genossen.

Es ging um das Verhältnis von Stadt und Universität, die studentischen Stadtkultur, um Mobilität und um Wohnen. Und besonders auch um Kultur. Seit Jahren entwickelt sich in Erfurt eine kreative Szene, die die Stadt bereichert, belebt, interessant macht und große Ausstrahlungskraft entfaltet. Und seit Jahren begleiten und unterstützen wir Grünen im Stadtrat diese Szene. Speziell mit der „Ständigen Kulturvertretung“ sind wir im Gespräch, wie übrigens zunehmend nun auch die Stadtverwaltung. Das ist sehr gut. So fällt Verständigung, Abstimmung und Verwirklichung von Projekten viel leichter. Das ist dann auch interessant als eine Möglichkeit für Studierende, später in Erfurt zu bleiben. Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein wachsendes und zunehmend wichtiges Arbeitsfeld. Unser „KulturQuartier“ zur Wiederbelebung des Alten Schauspielhauses kann dafür ein Beispiel sein. Die Arbeit in dieser ersten Thüringer Kultur-Genossenschaft macht mir seit Jahren großen Spaß. Als OB würde ich diese Szene fördern, wo und wie immer es geht.

Bei der Mobilität gab es große Übereinstimmung – und wenn dem so bleibt, dann dürfte der Unterstützung für das Radwegekonzept eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Das wäre ein Beitrag zur CO2-reduzierten Mobilität und ein Schritt in Richtung nachhaltiger Kommune, die mein politisches Ziel als OB darstellt.

Bei der baulichen Situation der Universität gingen die Meinungen dann wieder auseinander. Ich halte die vom Präsidium favorisierte Idee eines kompletten Neubaus der Uni am ICE-Kreuz für unsinnig und für vertane Zeit. Die Uni sollte das Audimax sanieren, dazu jetzt den Bauantrag stellen – und sich dann Richtung Süden erweitern. Auf die Stadt zu. Wir haben da noch genügend Flächen: zwischen KIZ und BiBo, zwischen BiBo und Villa Martin und an der Stelle des „grauen Elends“ neben der Sporthalle. Das reicht locker.
Aber bitte: bauliche Erweiterung ist das Eine. Eine Stärkung der Uni ist aber ganz wesentlich mit mehr Professuren verbunden. Wir bauchen mehr Professuren, damit Studierende nach Erfurt kommen. In IB, in Recht, in Statistik, in Philosophie und Geschichte – und eine Professur für Nachhaltigkeit. Dadurch wird die Uni Erfurt interessant und attraktiv. Nicht durch glänzende neue Gebäude. Nachdem ich mich ja ein bißchen mit der Uni auskenne, würde ich solch ein Ansinnen der Uni-Leitung als OB mit allen Mitteln unterstützen und beim Land meine Stimme einsetzen.

Kooperation eben – das bringt allen Gewinn: den Studierenden, der Stadt und dem Land.

Wie gesagt: eine wirklich gelungene und schöne Veranstaltung. Dem Stura sei ganz herzlich gedankt für die Realisierung dieser Debatte.

Herzliche Grüße an alle Studierenden
Alexander Thumfart

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