Kulturelle Standortbestimmung der Ständigen Kulturvertretung Erfurt

Kulturelle Standortbestimmung der Ständigen Kulturvertretung Erfurt
© Juliane Großmann

Kulturelle Standortbestimmung der Ständigen Kulturvertretung Erfurt

Die Ständige Kulturvertretung hat gestern einen programmatischen Abend gestartet (und ihrem Namen alle Ehre gemacht). Im Franz Mehlhose waren alle OB-Kandidat*innen zu „Erfurts kulturpolitischen Zukunft bis 2024“ eingeladen. Der Abend hatte drei große Programmpunkte: Phase 1: raten Sie mal. Da ging es unter „Schätzfrage“ etwa darum zu raten, wie viele von OQ-Paint gestaltete Graffitis auf Brandmauern es in Erfurt gibt (ganze 5), wie hoch der Etat der Kulturförderung ist (schrecklich geringe 68T €), etc. etc. Bei der ersten Frage habe ich mich ziemlich verhauen. Ich dachte es sind deutlich mehr. Es werden deutlich mehr werden – wie bei der Kulturförderung auch. Phase 2: Fragen, von dem Glückfeerich (Lars) am Rad erdreht. Klasse. Und Phase 3: die Antwort auf die im Vorfeld gestellt Frage zum Sommer 2023. Da findet ihr meine Antwort gleich hier unten.
Eine tolle Veranstaltung. Ich habe mich so gefreut, so viele Kulturschaffende und Engagierte zu sehen. Erfurt kann sich glücklich schätzen. Und der grüne OB ist dankbar, der Szene helfen zu können.

Liebe Grüße
Alexander Thumfart

Das war die Aufgabe:
Sommer 2023: Die Stadt Erfurt bewirbt sich um einen Preis der Kulturstiftung des Bundes für „besondere Netzwerk- und Nachwuchsstrukturen im Bereich der Kunst und Kultur im öffentlichen Raum. Ich würde als Oberbürgermeister die Kulturstiftung mit folgendem überzeugen:“

 

Das war meine Antwort:
Das Schauspielhaus ist eröffnet. Im Haus und vor dem Haus treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Erfurter Kulturszene zu ihrem Sommertreffen. Diskussion über die aktuelle Lage von Kunst, Kultur, Szene in Erfurt.
Die Ständige Kulturvertretung hat Sitz und Stimme im Kulturausschuss; sie berichtet über die Überarbeitung des Kulturkonzepts: Kultur ist – wie Nachhaltigkeit – Querschnittaufgabe aller Ämter in der Stadt.
Das heißt: Spontanevents werden von der Stadtverwaltung kreativ ermöglicht, es gibt einen „Plätze-Pool“ für Veranstaltungen; Räume, Häuser, locations werden ämter-übergreifend koordiniert und mit der Szene ans Netz gebracht; Konflikte werden am Tisch des OB (also meinem) geschlichtet, der sich regelmäßig mit der Szene trifft – samt Kulturlotse, der einen eigenen Etat hat.
Die Stadt ist Kulturhauptstadt Europas und zeigt die ganze Breite kultureller Freude. Von der Oper, über die Fete de la Musique, lotus lumina bis zum Klanggerüst, der Lagune, der Saline34 und OQ-Paint. Die Zusammenarbeit aller Kulturschaffenden flutscht, das Netz lebt, und die Stadtgesellschaft ist stolz wie Oscar in so einer Stadt zu leben. Inklusive der Wall of Fame in der ICE-City-West. Angst ist kein Thema mehr.
Es hat sich doch gelohnt, dass sich Erfurt 2019 bei „360 Grad – Fond für neue Kulturen der Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes erfolgreich beworben hat (Fond gibt es wirklich). Die damals neu geschaffene Stelle einer Projektmanagerin für Kunst-Migration-Expression hilft bei der jetzigen Bewerbung sehr.
Der Etat für Kunstprojekte wurde deutlich erhöht. Knapp 200.000 Euro. Es gibt einen Preis: Stadtkunst in Erfurt – wird alle 3 Jahre ausgeschrieben für Kunst im Öffentlichen Raum. Die Bewerbungen kommen aus ganz Europa. In der Jury sitzen die zwei neuen Professorinnen der Universität Erfurt für Gegenwartskunst und MedialeKunst/Kunst/Medien.
Der Spontantopf für kurzfristige Events und Akteure der Kulturszene ist installiert – und abends trifft sich die Vergabegruppe 2024. Der Kulturdirektor ist als Gast eingeladen.
Ein Drittel der Defensionskaserne ist Ausstellungsraum für zeitgenössische und experimentelle Kunst – und kommentiert das Thüringer Landesmuseum. Auch dazu gibt es morgen einen Workshop.
Kulturtausch ist fest etabliert und in die Bewerbung um den Preis bei der Kulturstiftung intensiv mit eingebunden. Mehrere World Cafes wurden durchgeführt. Nicht zuletzt auch zum ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept). Denn Kreativkultur entwickelt sich auch in den Ortsteilen – und die Planung im Erfurter Norden ist ohne die Szene undenkbar. Bösner will mehr Fläche, das neue Wächterhaus ist nur mäßig begeistert (warum auch immer). Das könnte kompliziert werden.
Egal.
Ein anstrengender Tag geht zu Ende: und ab geht die Post im Schauspielhaus (unter dem Motto): cross the border, close the gap. Guy Montavon (und die neue Generalintendantin) wurden übrigens auch gesehen.

Besten Dank.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen