Stadtspaziergang mit Alexander | Hauptbahnhof

Stadtspaziergang mit Alexander | Hauptbahnhof
©Foto: Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt

Der Erfurter Grüne Stadtspaziergang am 28. Februar 2018

Ganz herzlich lade ich Sie und Euch ein zur Rückschau auf unseren Grünen Stadtspaziergang. Der war zugleich Auftakt zu meinem Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters.

Die große Kälte am 28. Februar war – natürlich – extra bestellt, damit uns der Tag besonders nachdrücklich in Erinnerung bleibt. Aber es begleiteten uns warme Getränke von Tibor. Und Musik gemacht hat – eiskalt – Robert Fränzel am Saxophon. Toll.

Knapp 30 Menschen machen sich also auf eine kleine Wanderung durch die kompakte Stadt – und wir gehen zu einigen Beispielen für die kompakte und konkrete Grüne Politik der letzten Jahre. Dabei soll es sich vornehmlich um Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Mobilität, Stadtgrün und Kultur drehen.

Die erste Station führt uns vom Willy-Brandt-Platz durch den Bahnhof zum neuen Rad-Haus hinter dem Bahnhof an der Schillerstraße. Hier finden wir 5 Mobilitätsarten auf engstem Raum: 4 gute: die Bahn, die Straßenbahn, uns im Zu-Fuss-Gehen, das Fahrrad – und eine nicht so gute, die, wie Ranga Jogeshvar kürzlich gesagt hat, auch keine große Zukunft mehr hat: das Auto mit Verbrennungsmotor.

Das Rad-Haus, für das wir im Stadtrat geworben haben, zeigt die wachsende Nachfrage nach CO2-freier Mobilität in der Stadt und, dass Nachhaltigkeit auch gut aussehen kann. Das Gebäude vom Büro Osterwolg+Schmidt Architekten in Weimar hat den German Design Award bekommen.

Übrigens: Wenn man von der Weimarischen Straße zum Bahnhof fährt, muss man ständig über Ampel die Straßenseite wechseln. Das ist schlecht. Ich möchte das als OB ändern.

Der Weg führt uns zurück durch die Bahnhofsunterführung. Die ist ein Beispiel für schlechtes Verkehrsmanagement, das alle Beteiligten irgendwie nervt. Die Fußgängerinnen, die Radfahrerinnen, die Straßenbahnfahrer*innen. Eine Änderung der Situation scheint nicht in Sicht.

Bei der Erschließung der ICE-City Ost und der Umgestaltung des Schmidtstetter-Knotens darf uns das nicht noch einmal passieren. Also Obacht!!!

Wir bleiben kurz stehen am ersten Rad-Haus. Hier geht es neben nachhaltiger Mobilität um den Erhalt der Bahnhallen. Auf Initiative von Kollegen Wolfgang Besse im Stadtrat haben wir das in r-r-grüner Solidarität natürlich unterstützt. Es wird ja dazu im April (direkt vor der Wahl) eine Veranstaltung geben.

Der Weg führt uns die Bahnhofstraße hinunter zum Kommunalen Kino am Hirschlachufer. Seit Jahren machen wir uns stark dafür. Immer wieder war es auch unsere Initiative, die Streichung der Förderung im Haushaltsplan rückgängig zu machen. Das Kino ist auch ein Kulturort für viele Generationen, zeigt z.B. Kinderfilme und Extra-Reihen für Senior*innen. Außerdem vernetzt es die Stadt mit der Universität. Immer wieder gibt es Film-Seminare oder kleine Filmreihen mit den Streifen in Originalsprache. Das ist gelebte Kooperation Uni – Stadt und bekommt beiden. Bald gibt es das Kommunale Kino auch im Kulturquartier Schauspielhaus – mit 2 Sälen und dem großen Theatersaal. Das wird klasse. Weiter unten mehr zum Schauspielhaus.

Wir stehen nun am Anger. Letzthin gab es große Diskussion zur Sicherheit am Anger – und wie gefährdet die sei. Eigentlich wäre der Anger ein Angstort. Dass es kriminelle Handlungen auf dem Anger gibt, ist nicht zu leugnen. Aber wir sind weit von einem Angstraum entfernt. Reden wir das Herz nicht krank. Dämonisieren wir es nicht; fangen wir nicht an mit Dauer-Video-Überwachung und Anger-Wachen. Das ist der falsche Weg. Dort, wo es kriminelles Handeln gibt, gestalten wir den Anger freundlich, hell, farbig, einladend. Die Öffentlichkeit ist der beste Garant für Sicherheit. Das war unser Antrag im Stadtrat. Nun, ein paar Fraktionen haben das mit getragen, anderen war es zu lasch.

Bedenke: wer Misstrauen herbeiredet, redet die Freude an der Freiheit schlecht.

Wir sind dann ins Angermuseum rein zu einer aufwärmenden Rast. Hier streiten wir seit längerem für eine Nutzung des Foyers als Kaffee und Buchhandlung. Die Fläche ist da, es gibt genug Ideen für eine schall-sensible Innenraumgestaltung, sogar eine Theke mit Kühlzelle ist vorhanden. Und wenn es dann noch Kunst-Bücher zu kaufen gibt – wäre das nicht klasse und würde es nicht Besucher*innen ins Museum locken? Wir glauben: ja. Und dann wird im Sommer von dort aus auch der Innenhof bespielt. Fast wie in Italien, eigentlich schon mehr als nur ein Hauch. Unterstützen Sie uns dabei.

Ein Vorgeschmack war der Ohrenschmaus von Robert Fränzels Saxophon. Klingt im Foyer ganz besonders großartig und großzügig.

Wir schlendern den Anger runter Richtung Schauspielhaus – und erreichen über die Neuwerkstraße den Hirschgarten.

Wir Grünen waren es, die den Plänen zu einem Parkhaus im Hirschgarten zuerst im Stadtrat widersprochen haben. Das war der Auslöser von Bürgerprotesten, die dann zur ersten Bürgerbefragung geführt haben. Das Ergebnis ist dieser schöne grüne Platz im Herzen der Stadt. Es waren die Bürgerinnen und Bürger, die sich selber diese Oase geschaffen haben. Das freut mich immer wieder und jedes Mal, wenn ich hier drüber laufe und die Kinder hopsen sehe.

Nun ist wieder ein Parkhaus geplant, diesmal am Löbertor. Vor dem Hintergrund des Leipziger Urteils (Bundesverwaltungsgericht) zum Dieselverbot in Städten und zur Luftreinhaltung ist die Entscheidung für ein Parkhaus hier völlig idiotisch. Wir holen nur noch mehr Auto-Verkehr in die Stadt. Denn natürlich will der Investor sein Geld vermehren – und das geht nur durch Einnahmen aus Parken. Je mehr, desto besser. Heißt: je mehr Verkehr, desto besser. Das ist der ganze falsche Ansatz und „ganz altes Denken“.

Nun sind wir am Schauspielhaus: Die Genossenschaft Kulturquartier will das alte Schauspielhaus wieder zum Leuchten bringen. Das ist bürgerschaftliches Engagement – und die vierte Kulturgenossenschaft, die es überhaupt erst in Deutschland gibt. Grüne Menschen waren und sind maßgeblich an der Entwicklung des Schauspielhauses zu einem Kultur- und Kreativquartier beteiligt. Es gibt schon drei Anker-Mieter: das im wahrsten Wortsinne ausgezeichnete Tanztheater Erfurt, den Kinoclub vom Hirschlachufer, und Radio F.R.E.I. Zudem wird es Ateliers geben, eine Bar, ein Restaurant, und, und, und. Das wird ein toller Ort in einem hoch spannenden Quartier von der Oper bis zum Stadtgarten. Wir haben mit überwältigender Mehrheit und unser tatkräftigen Vorarbeit und Unterstützung vom Stadtrat die Möglichkeit bekommen, das Haus und das Areal zu kaufen. Wir brauchen eine knapp 7-stellige Summe. Dafür gibt es die Aktion 1000×1000. Tausend Genossenschaftler*innen mit je Tausend Euro (man kann übrigens zu mehreren eine Einlage zusammenbasteln). Machen Sie, macht alle Werbung und werdet Mitglied in der Genossenschaft, um das Haus zu kaufen und zu entwickeln. Schauen Sie auf die Homepage kulturquartier-erfurt.de

Zu Ende ging unser Stadtspaziergang im Kaffee Wildfang am Hirschgarten. Nach einer dringend nötigen Aufwärmphase hat der Sekt dann doch geschmeckt. Wenn man aus dem Warmen ins Freie schaut auf den schönen Hirschgarten, wird einem schnell warm uns Herz.

Tausend Dank an alle, die dabei waren und diejenigen, die alles so schön organisiert haben. Es steckt immer mehr Arbeit drin, als man sieht.

Was hat er gebracht unser Stadtspaziergang? Die Erkenntnis, dass grüne Politik ziemlich was bewegt und gestaltet hat in der Stadt Erfurt: ökologisch, ökonomisch, kulturell und mit Blick auf Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung. Ich gestehe gerne, dass mich das bewegt und freut. Grüne Politik macht einen Unterschied. Daran möchte ich als OB anknüpfen und dafür werbe ich um Ihre Stimme bei der OB-Wahl am 15. April. Lasst uns mehr Nachhaltigkeit wagen.

Es grüßt Sie und Euch herzlich

Alexander Thumfart

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